Schüler der freien Waldorfschule Saar-Hunsrück in Nohfelden zeigen einige ihrer Werkstücke, welche sie im Rahmen des
„Frei Days“ aus Schrott upcycled haben.
Wie man mit Schrott einen Preis absahnt
Waldorfschule Walhausen erhält Nachhaltigkeitspreis von Sparkasse und Umweltministerium.
WALHAUSEN Die Freie Waldorfschule Saar-Hunsruck ist mit dem Nachhaltigkeitspreis der Sparkassen-Finanzgruppe und des Umweltministeriums ausgezeichnet
worden. Pramiert wurde damit das Engagement der Schülerinnen und Schüler bei dem bundesweiten Projekt „Frei Day“, das seit zwei Jahren fester Bestandteil des Schulalltags ist. Die Schule bekam in der ersten Wettbewerbsrunde 500 Euro und ist qualifiziert für die mit 5000 Euro dotierte Endrunde, ein Publikums-
voting am Jahresende.
Beim „Frei Day“ übernehmen die Schüler, von der Idee bis zur Umsetzung, komplette Verantwortung für ihre Projekte. Lehrer greifen dabei nur unterstützend ein. Die
Bandbreite der Projekte ist groß. Gemeinsam mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald haben Schüler Fledermauskästen an einem Stall am Schulhof angebracht. Auf dem Schulhof sind Sitzbänke aus alten und damit wiederverwendeten Paletten und eine Trockenmauer mit Beeten entstanden. Perspektivisch soll hier ein Kräutergarten wachsen. Am Museum in Birkenfeld bauten Schüler einen maroden Römerofen ab, um ihn aus Lehm neu zu errichten.
Besonders beliebt sind die Upcycling-Ideen aus der Metallwerkstatt. Unter Anleitung von Werklehrer Guy Bayer entstehen dort Skulpturen aus Metallschrott. „Mir
ist wichtig, dass ich die Kinder und Jugendlichen in Begeisterung bringen kann, eigenständig etwas mit ihren Händen zu kreieren“, erklärt Bayer. „Das macht nicht nur Spaß, sondern vermittelt auch praktisches Wissen, das im Alltag nützlich sein kann.“
Aktuell arbeitet die zehnte Klasse an einem Drachen aus Eisenstreben, Blechstücken und alten Mistgabeln. Sobald das Skelett fertiggestellt ist, wird die Oberstufe das
Kunstwerk bemalen. Auch kleinere Skulpturen wie Blumen aus Metallstreben oder Rasseln aus Wasserflaschendeckeln und Stöcken entstehen und finden später Verwendung im Unterricht der jüngeren Klassen.
Ein roter Faden zieht sich durch alle Projekte: Nachhaltigkeit. Fast alle Materialien stammen von Schrottplätzen oder privaten Spenden der Schüler. So entstand beispielsweise auch ein Räucherofen aus einem alten Olfass und einer Waschmaschinentrommel, welcher von den Schülern auch für private Angelegenheiten ausgeliehen werden kann. „Viele Projekte greifen ineinander“, erklärt die Pädagogische Schulleitung Christine Könen. „Die Schüler lernen nicht nur handwerk-
liche Fähigkeiten, sondern auch, wie wichtig Zusammenarbeit, Kreativität und Nachhaltigkeit für die Zukunft sind.“
Ein Bericht von Frank Bredel


